Hyposensibilisierung gegen Bienengift -Allergie, ein Tagebuch

…natürlich gibt es hierzu, wie fast immer, auch ein Video auf meinem YouTube Kanal. Den ersten Teil findest Du hier!

Drei, vier Bienenstiche und dann ab ins Krankenhaus. Kribbeln in den Armen und Beinen, auf der Zunge, Ohrensausen und Kreislaufbeschwerden – das waren die Symptome bei meiner ersten allergischen Reaktion auf einen Bienenstich. Bis dahin hat jeder Stich nur ein wenig gebrannt und die Stichstelle ist 1 oder zwei Tage darauf etwas angeschwollen. Nicht so dieses Mal…

Wochen später steht fest: Ich bin hochgradig allergisch gegen Bienengift. Dies zeigt nicht nur ein erster „Pricktest“, sondern dann auch der Bluttest in der Hautklinik. Da hilft nur eins – eine Hyposensibilisierung. Dieser Versuch, den Körper an das Gift zu gewöhnen, ist nicht ganz ungefährlich und wird deshalb im Krankenhaus eingeleitet. Dazu erfolgt eine stationäre Behandlung über mehrere Tage, bei der über täglich mehrere Spritzen die Giftdosis nach und nach gesteigert werden soll. Genau diese Therapie habe ich nun soeben angetreten. Ich werde hier nun versuchen, für alle ebenfalls Betroffenen, oder Interessierten, ein Tagebuch darüber zu führen.

Tag 1, Montag
9:32Uhr, Ankunft in der Hautklinik

Puh, was ein Stress. Die Bahn streikt und die Autobahn war brechend voll. Auf den letzten Drücker komme ich in der Klinik an.
Zuvor habe ich nochmal die eMail gecheckt, die mir die Klinik vor Wochen zur Bestätigung geschickt hatte. Ich soll spätestens 9:30Uhr mit einer Einweisung vom Dermatologen dort „einchecken“. Leider hat mir mein Arzt nur eine „Überweisung“ mitgegeben – das merke ich natürlich erst JETZT! Super… also schnell beim Arzt anrufen – der hat heute zu, praktisch. Also ab zum Hausarzt. Der stellt mir nach etwas Wartezeit den benötigten Wisch aus.
Nun in der Klinik. Schnell zur Patientenaufnahme geeilt, vier Unterschriften und ab auf die Station. Dort ist es grade sehr voll und ich warte ca. 30 Minuten im Wartezimmer, bis mein Zimmer bereit steht.
Gehofft hatte ich auf ein 2 -Bett Zimmer (mit Meerblick), befürchtet hatte ich ein 4 -Bett Zimmer, geworden ist es dann ein 5 -Bett Zimmer, bislang mit 4 Personen belegt… Oh je! Also jetzt erstmal „häuslich“ einrichten für die kommenden 5 Nächte. Es gibt Kliniken, die machen das Programm in 3 Tagen, diese allerdings nicht. Das ist vielleicht auch gar nicht so schlimm, unter Umständen sogar besser so.
Grade eben kam eine Dame und hat meine Menüwünsche für die nächsten Tage aufgenommen. Klingt ja sehr vielversprechend, ich bleibe mal zuversichtlich! Morgen gibt es Schweinerückensteak, übermorgen Penne Carbonara und Donnerstag Käsespätzle. Die Frage, oben ich heute auch etwas zu Essen bekomme, konnte sie mir nicht beantworten. Ich hoffe doch mal, denn wegen des Stresses heute Morgen habe ich noch nichtmal gefrühstückt!!! Nun harre ich der Dinge, die da kommen werden.

Keine Ahnung, was mich erwartet.

11:22Uhr – mein Magen knurrt. Ich hätte doch frühstücken sollen. Eine Krankenschwester (sagt man das heute noch?) versichert mir, man würde mich nicht verhungern lassen. Da bin ich ja beruhigt. Da ich nicht weiß, wie es hier weitergeht, arbeite ich an meinem Buch weiter. So viel Zeit wie in dieser Woche werde ich vermutlich nie wieder dafür übrig haben. Ich bin sehr froh, dass ich an meine Ohropax gedacht habe – zumindest ein Schnarcher liegt hier schonmal. Der übt bereits fleißig!

12:36Uhr – zurück im Zimmer
Soeben wurde ich zur Ärztin gerufen. Sie hat das Aufnahmegespräch mit mir geführt und mir alles sehr gut erklärt. Jeden Tag Spritzen, aber bislang hat das noch jeder gut vertragen. Nach den Spritzen, die über den Tag verteilt in die Oberarme gegeben werden, gibt es einen kühlenden Salbenverband und man bekommt allergiehemmende Tabletten.

Sobald ich die erste Spritze bekommen habe, darf ich die Station nicht mehr verlassen. Sie empfiehlt mir also, gleich nochmal runter zum Kiosk zu gehen, um mir dort etwas zu holen.

gesagt, getan… Großeinkauf a la Krankenhaus!

Juhu, es gab sogar Mittagessen. Jetzt bin ich eigentlich ganz zufrieden. Schön wäre es natürlich, wenn ich auch noch irgendwo ein wenig filmen könnte, sonst wird das hier nix mit einem Krankenhaus Video! 

Das schmeckt sogar ganz gut.

Jetzt warte ich auf die erste Spritze. Wenn es stimmt, was die Ärztin sagt, sollte heute noch keine richtige Reaktion zu erwarten sein. Warten wir es ab…

14:37Uhr – Kaffee ans Bett, Kuchen habe ich hier auch schon stehen. Läuft. Bislang noch keine Spritze…

15:05Uhr – die erste Injektion. Soeben kam der Pfleger und brachte mich zur Ärztin. Da bekam ich meine erste kleine Spritze in den Oberarm. Dann bekam ich einen Salbenverband und einen kühlenden Umschlag, wobei das bei dieser ersten Spritze wohl noch nicht nötig gewesen wäre, denn ich merke rein gar nichts! Ab jetzt gibt es stündlich wieder eine Spritze, abwechselnd mal links, mal rechts, heute insgesamt vier. Ich habe sogar ein Plätzchen gefunden, wo ich zwischendurch immer mal wieder ein kurzes Update auf Video festhalten kann. Mal sehen, ob ich auch nochmal woanders filmen darf. Ich werde das bei Gelegenheit nachfragen.

16:00Uhr – Nummer 2, dieses Mal der andere Arm. Kleiner Pieks, nichts Wildes. Keine Reaktion.

17:05Uhr – wir haben uns darauf geeinigt, dass ich selbstständig jede Stunde zur Ärztin gehe, um mir meine „Dröhnung“ abzuholen. Diesmal hat Sie mir mal den genauen Behandlungsplan gezeigt. Es gibt 4 unterschiedlich stark dosierte Fläschchen mit Bienengift. Aufgrund meiner Blutergebnisse wird daraufhin ein auf mich zugeschnittener Plan erstellt, wieviel und welche Spritzen man mir gibt.

So sehen die Ampullen mit dem Bienengift aus. Die mit dem roten Deckel sind unverdünntes Bienengift.

18:55Uhr – mit etwas Verspätung (Abendessen usw…) gabs grade Spritze Nr. 4. Wie gehabt, keine Reaktion bislang. Es macht sich bezahlt, dass ich mir im Vorfeld überlegt habe, was man hier alles machen könnte und für genug Aufgaben / Beschäftigung gesorgt habe. Der Tag ist daher relativ schnell umgegangen. Kann ich euch nur empfehlen.

Tag 2, Dienstag
7:20Uhr, Wecken
Guten Morgen… Mal abgesehen davon, dass das Krankenhausbett fürchterlich unbequem ist, habe ich doch relativ gut geschlafen – DANKE Ohrenstöpsel! Beschwerden an den Armen gibt es bislang noch keine. 

Alles da, was man braucht 

7:40Uhr – Frühstück ans Bett, jippie! Wie bestellt gab es Brötchen, Kaffee, Wurst und Käse. Was ein Service. Theoretisch könnte ich mich jetzt bis zur Visite nochmal hinlegen 😉 
Nach der Visite und vor meiner ersten Spritze darf ich evtl. doch nochmal runter zum Krankenhauskiosk – ein bisschen Zeug für Abends kaufen wäre bestimmt nicht schlecht, denn die Mahlzeiten kommen hier alle sehr früh.

9:30Uhr – Kioskeinkauf: Check!
10:00Uhr – die erste Spritze heute, wieder alles super.

11:00Uhr – oh, ich war zu langsam, die Ärztin kommt zu mir und ich bekomme die Spritze am Bett. 
11:33Uhr – langsam geht es los… wäre ja auch zu schön gewesen. Die zweite Spritze macht sich ganz leicht am Oberarm bemerkbar. Nicht schlimm, aber dennoch spürbar. Bienenstich light sozusagen.

14:45Uhr – Ups, da sind mir wohl die Augen zu gefallen… Spritze drei und vier habe ich auch schon bekommen. Durch die Cetirizin Tabletten bin ich anscheinend etwas müde geworden, aber wie das hier im Krankenhaus so ist: Kaum hat man die Augen zu, kommt entweder jemand zu Besuch, zum Blutdruck messen, oder wie grade eben – einen Kaffee bringen. Ist halt kein Luxus Hotel hier, aber vielleicht kann man ja mal ein „bitte nicht stören“ Schild an die Tür hängen 😉 Bei den Bettnachbarn ein ähnliches Bild. Kaum sind die Augen zu, klingelt das Telefon, oder Ähnliches…

Tag 3, Mittwoch
9:56Uhr – Arm juckt…
Sieben Uhr war heute wecken. Gestern war nichts Besonderes mehr. Die dritte Injektion von gestern merke ich heute etwas. Die Vierte komischerweise nicht, obwohl die viel stärker war. Ich bin gespannt, wie es morgen früh aussieht. Es gibt heute – wenn ich mich recht erinnere – „nur“ drei Spritzen. Die Ärztin ist grade noch beschäftigt und kommt nachher zu mir. Ich laufe ja nicht weg 😉 Den obligatorischen Gang zum Kiosk habe ich schon erledigt. 

14:00Uhr – die zweite Spritze heute: AUA! Man ey, voll in den Muskel… Naja, dabei war es nur gut gemeint, weil etwas weiter hinten am Arm noch die leichte Schwellung von gestern ist. Dafür hat diese Spritze richtig schön gebrannt im Anschluss. 

Kleine Abhandlung zu meinen „Mitbewohnern“ in dieser 5er WG…
Zunächst sind da die beiden – nennen wir sie mal „Statler & Waldorf“ (siehe Muppet Show) – die beiden 80 und 88 jährigen mit überstandener Hautkrebs OP. Sehr angenehme und eher ruhige Mitbewohner, aber einer der beiden hat eine sehr „kümmernde“ Familie. Also ist entweder ständig jemand zu Besuch, oder ruft genau dann an, wenn man grade am wegdösen ist. Der Andere ist schwerhörig und wird ständig beim Essen vergessen.
Gegenüber liegt noch jemand, der anscheinend auch nicht weiß, dass man bei Smartphones auch den Ton ausschalten kann. Als Viertes noch der „Unangenehme“. Ja, der Mann hat anscheinend Schmerzen, aber sein gesamtes Verhalten deutet darauf hin, dass er sich in der Rolle des unzufriedenen Leidenden sehr gut gefällt. Man könnte Bücher schreiben, über das, was auf Krankenhauszimmern so abgeht, aber da ich eh grade an zwei anderen Büchern schreibe, beende ich dieses Kapitel hier.

Tag 4, Donnerstag
9:07Uhr – gähn…
Das Wichtigste zuerst: Mit den Armen ist alles im Lot, lediglich ein wenig angeschwollen, wie nach einem Bremsenstich. Heute gibts da natürlich nochmal ein paar Ladungen drüber. Die Behandlung an sich ist echt nicht das Thema. Schlimmer empfinde ich jedoch das Krankenhaus an sich. Es sind manchmal nur die Kleinigkeiten, die logistisch nicht funktionieren. z.B. bekommt man anstatt 2 Frühstücksbrötchen nur eines. Das klingt wie eine Bagatelle, aber die 3 Mahlzeiten sind hier ja schon die Hauptattraktion und wenn da etwas nicht passt, schlägt das aufs Gemüt. Schlimmer sind aber Dinge wie ein sehr ungemütliches Krankenhausbett, was einen nachts nicht schlafen lässt, oder ein Zimmergenosse, dem man starke Abführmittel gibt, obwohl er nicht alleine aus dem Bett kommt. Mehr Details möchte ich hier jetzt nicht ausbreiten. 
Gleich kommt vermutlich die Visite und dann folgt der tägliche Gang zum Kiosk, wobei ich die Einkäufe von gestern noch hier liegen habe. Ich möchte ja schließlich am Samstag nicht hier raus rollen 😉

10:00Uhr – erste Spritze heute, die Menge wird größer! Heute bekomme ich insgesamt 3 Spritzen mit hohen Dosen Gift, bevor es dann morgen zum Abschluss noch die „Depot -Injektion“ gibt. Wenn ich alles wie geplant gut vertrage, darf ich am Samstag Morgen nach Hause.

14Uhr – müde, sooo müde. Die Nächte mit unruhigem Schlaf machen sich bemerkbar, dazu die Allergietabletten. Ich warte eigentlich die ganze Zeit darauf, dass die Ärztin Zeit für meine zweite Spritze hat…
14:20Uhr – war klar. Da leg ich mich grade senkrecht, da kommt die Ärztin rein mit der Spritze!
15:30Uhr – wow. Da habe ich schön eine Stunde geschlafen. Ich hatte mir Entspannungsmusik auf meine Airpods gelegt – besser gesagt 432Hz Musik, das hat Wunder bewirkt. Dann bin ich aufgestanden, um mir meine 3 Spritze zu holen, da sagt mir die Ärztin „nee, heute gibt es nur zwei!“ – welch Freude.

Heute Morgen ist übrigens „Statler“ ausgezogen. Aktuell sind wir also „nur noch“ vier auf dem Zimmer. 

Arme wie Popeye? Bisher kaum.

Tag 5, Freitag
9:43Uhr – gut geschlafen, Endspurt!
Ja, nachdem ich heute Nacht mal wirklich gut geschlafen habe, sehe ich dem letzten ganzen Tag sehr positiv entgegen. Gleich gibt es noch eine letzte Spritze mit der „Depot -Dosis“ – was auch immer das bedeutet. Auf jeden Fall wird das die stärkste Dosis sein, die ich hier bekomme. 

10:40Uhr – die letzte Spritze! Ich lebe noch. Ab jetzt sitze ich die Zeit bis morgen früh nur noch ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jetzt noch irgendeine stärkere Reaktion auftritt. 
Grade eben kam noch die Dame, die das Essen für die kommenden Tage aufnimmt. Ich stand schon nicht mehr auf der Liste. Sehr gut!

Tag 6, Samstag
6:04Uhr – ich kann nicht mehr liegen!
Ich werde wach, mein Rücken tut weh – blödes Krankenhausbett! Anscheinend wird auf dem Flur grade jemand eingeliefert, der Schmerzen hat. Bis der ruhig gestellt ist, kann ich nicht mehr schlafen. 
Kurz nach sieben kommt die Krankenschwester, um nochmal den Blutdruck, Puls und die Temperatur zu messen. Same procedure as every day… Ich frage nach, ob sie mir schonmal diesen „Zugang“ entfernen könne – nein das ginge nicht, denn fall mir jetzt noch was passiert, wäre das ja nicht gut. Meine Arme sind ja nichtmal mehr geschwollen, was soll da schon noch passieren? Egal, auf die zwei Stunden kommt es jetzt auch nicht mehr an.
7:35Uhr – Taschen sind gepackt. Ich sitze jetzt hier auf den gepackten Taschen und tippe die letzten paar Zeilen hier. Gleich geht es hoffentlich schnell nach Hause. Da wartet meine Familie mit einem Brunch auf mich. 

Zusammengefasst:
Die Behandlung an sich war nicht schlimm. Die Spritzen sind sehr gut auszuhalten, teilweise hab ich sie garnicht bemerkt. 
Die Situation im Krankenhaus ist schon etwas speziell… Das muss ich nicht öfters haben. Da sollte ich beim nächsten Mal vielleicht vorsorgen! 

Ich hoffe, dieses Tagebuch hat dem Einen oder Anderen geholfen.  Falls Du gern meine Projekte unterstützen möchtest, so darfst Du gerne etwas spenden:

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Bienenbeuten vor Diebstahl schützen

Angst vor Diebstahl

Die Angst vor dem Verlust unserer Bienenvölker durch entweder Diebstahl oder Vandalismus steckt wohl in allen Imkern. Gerade zur heutigen Zeit, in der immer wieder Horrorbilder von zerstörten oder leergeräumten Bienenständen durch das Internet geteilt werden, beschäftigt man sich doch sehr damit.

Die Angst geht dann sogar so weit, das manche Imker es scheuen, mit den Bienen in den Raps zu wandern, weil dann die Beuten teilweise auf den „Präsentierteller“ angeboten werden.

Die Lösung

 


(Video zum Thema)

Was wäre, wenn wir es den Bienen -Dieben aber wesentlich schwerer machen könnten, unsere Bienen zu stehlen? Das hätte doch was.

Ich habe dazu eine relativ einfache Konstruktion entwickelt, die einfach anzubringen ist, aber den Aufwand für einen Bienen- oder Honigdieb deutlich erhöht. Klar, mit genügend krimineller Energie und einem hohen Aufwand, bekommt man jedes Schloß und jedes Sicherheitssystem überwunden, aber irgendwann ist der Aufwand einfach nicht mehr gerechtfertigt.

Das System besteht aus 2 Ösen, die von innen an die vorhandenen Blechdeckel angenietet werden. An diesen Ösen kann man nun eine Kette, die unter dem Boden des Volkes herum führt, per Vorhängeschloss anschließen. Befestigt man nun noch den Boden der Beute per Schrauben (von innen) am Beutebock oder der Europalette, dann ist ein einfaches Wegtragen oder öffnen der Beuten nicht mehr möglich.

In meinem YouTube Kanal „Der Selbermacher Blog“ könnt ihr das Beutenschloss in Aktion sehen.

Falls Ihr Interesse haben solltet, solch ein System (Deckel + Kette + Schlösser) zu erwerben, so werde ich mal eine Sammelbestellung organisieren. Kontaktiert mich dazu einfach unter:

info@derselbermacherblog.de

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Imkerei: Völkerkontrolle im Juli

Ich nehme euch mal wieder mit zu meinen Bienen. Heute steht auf dem Programm:

  • Schwarmkontrolle in den letzten Zügen
  • Ableger Kontrolle und Fütterung
  • Honigraum Kontrolle
  • Dies und das…

Ich habe mal wieder ein kleines Video von heute aufgenommen.

Wenn euch gefällt, was Ihr hier seht, freue ich mich über kleine Unterstützungen:

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Imkerei: Zwischenbodenableger bilden bei Schwarmstimmung

Euer Volk ist in Schwarmstimmung und Ihr seid es leid, alle 7 Tage die Schwarmzellen zu brechen? Vielleicht wollt ihr auch ein paar Tage wegfahren und könnt die regelmäßigen Kontrollen nicht durchführen? Ich zeige euch hier die Lösung:

Einen Zwischenbodenableger bilden. Dazu habe ich euch ein Video gedreht, wo ich die genaue Vorgehensweise erkläre. Wenn euch das Video gefällt, dürft Ihr gerne einen kleinen Dank hier lassen.

Viel Spaß:

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Selber Honig ernten – die Vorbereitung, was braucht man alles?

Ein Jahr habe ich mich nun um meine Bienen gekümmert, habe sie aufgezogen, sie gefüttert, habe Stiche kassiert, habe viel Geld für Zubehör und weiteres Material ausgegeben, doch morgen ist es soweit: Ich werde meinen ersten eigenen Honig ernten!

Falls euch meine Inhalte gefallen, so dürft ihr hier Danke sagen: 

Zur Vorbereitung habe ich heute mal ein Video gedreht:

Morgen werde ich den Honig dann schleudern und euch weiter berichten…

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Bienenkiste adé – Umzug ins Magazin

Ein Jahr habe ich Sie geprüft, bei Imkerkollegen verteidigt, sogar Werbung für sie gemacht – die Bienenkiste. Nach nun etwa genau einem Jahr habe ich mich nun entschieden, mich von ihr zu trennen – im Guten. Wir wollen definitiv Freunde bleiben.

Eines steht fest: Ohne die Bienenkiste wäre ich niemals zur Imkerei gekommen. Ich hatte immer das Bild von alten Leuten im Kopf, die mit ihrer Pfeife inmitten von Bienenschwärmen stehen, wenn ich an „normale“ Imkerei gedacht habe. Dieses Bild hat sich heute grundsätzlich geändert. Sicherlich sind die Imkervereine voll mit älteren Imkern, doch das birgt einen enormen Wissens- und Erfahrungsschatz in sich. Die Imkerei funktioniert, trotz einiger Neuerungen und wissenschaftlicher Fortschritte, noch genauso, wie vor Jahrzehnten. Neue Beutesysteme bringt auch jüngere Menschen – wie mich – zur Imkerei, und das ist gut so.

Bienenkiste geöffnet

Direkt zur Anleitung, wenn ihr meine Gründe nicht lesen wollt.

Nun, warum habe ich mich jetzt doch gegen die Bienenkiste entschieden?

In dem Jahr, wo die Bienenkiste meinen Bienen als Zuhause dienen durfte, habe ich einiges gelernt. Ich habe einen starken Schwarm in die Bienenkiste einlaufen lassen. Ich durfte mit einer Kamera in der Kiste die Entwicklung beobachten. Parallel dazu habe ich jedoch auch ein Volk im Magazin betreuen dürfen. Die Vorteile der Bienenkiste sehe ich für alle Menschen, die die Bienen in erster Linie aus ideellen Gründen halten möchten. „Gib der Biene ein Zuhause“. Das birgt eine Menge an Verantwortung, denn die Pflege der Bienen muss heutzutage leider der Mensch übernehmen, ob nun Kiste oder Magazin. Die Varroa führt ohne Behandlung nach einiger Zeit definitiv zum Tod des Volkes. Jeder Schwarm, der nicht eingefangen wird, ist nicht zu retten. Daher muss auch ein Kistenimker genau so gegen die Milbe behandeln, wie ein konventioneller Imker.

Wechselgründe:

1.) Ein System
Da ich parallel eh noch Bienen in Magazinbeuten habe, bedeutet es doppelten Aufwand und mehr Equipment, einen weiteren Beutetyp zu unterhalten.

2.) fehlende Kontrolle
Was für die Idealisten ein Vorteil sein mag, für mich bedeutet die fehlende Kontrolle: Ich sehe nur sehr schlecht, wenn mit meinem Volk etwas nicht stimmt. Bei dem Magazin kann ich bei der Frühjahrsdurchsicht genau sehen, wie viel Futter die Bienen noch haben. In der Bienenkiste wird gewogen und geschätzt. Ich hatte zum Beispiel noch vor wenigen Tagen die Bienenkiste gewogen und dann errechnet, dass die Bienen schon am Hungertuch nagen müssten. Beim späteren zerlegen der Kiste war noch etliches an Futter und sogar schon Honig drin. So kann man sich vertun…
Das Begutachten des Brutnests kann einem Imker viel über sein Volk verraten. In der Bienenkiste leider nicht möglich

3.) Schwarmkontrolle
Wer mit der Bienenkiste imkert, muss zu 100% mit Schwärmen rechnen. Dies zu verhindern ist mit dem System unmöglich (und auch nicht gewollt!). Da ich mit ziemlicher Sicherheit nicht jeden Schwarm sehen würde, kam das für mich nicht in Frage – nicht jetzt, wo ich die Alternativen der Schwarmkontrolle kenne.

4.) Honig
Nicht der wichtigste, aber auch ein Grund: Die Honigernte. Zunächst kann man im Magazin den Honigraum strikt vom Brutraum trennen (Absperrgitter) und hat somit 100% brutfreie Honigwaben. Das mag in der Kiste auch fast immer funktionieren, aber ich habe auch schon andere Berichte gehört. Zudem lassen sich die ungerahmten Waben aus der Bienenkiste wohl nicht schleudern und man muss die Waben zermatschen um an den Inhalt zu kommen. Wenn man nur Bienenkisten betreibt, sicherlich machbar, doch wenn man eh schon Waben schleudert und dann noch zusätzlich weiteren Aufwand betreiben soll – unglücklich.

Bienenbeute DNM

Fazit:

Die Bienenkiste ist kein schlechtes System, doch für mich persönlich nicht mehr ideal. Der Wechsel ins Magazin hat gut funktioniert und ich würde es genau so wieder tun.

Anleitung: 
(Hier gibt es ein Video dazu)

Bevor man anfängt, sollte man sich das gesamte Material, wie Smoker, Stockmeißel, Schutzkleidung, usw. bereitstellen. Ebenso braucht ihr einen Platz fernab der Bienen, wo ihr später zügig das alte Wabenwerk aus der Bienenkiste in eure Rähmchen „basteln“ könnt. Dazu braucht ihr ein Messer, eine scharfe Holzsäge und Kabelbinder (evtl. eine Zange, um den Draht zu entfernen). Legt viel Papier oder etwas anderes aus, sonst klebt hinterher alles.

1.) Die Bienenkiste einige Meter woanders hin stellen.
2.) Ein vorbereitetes Magazin mit einer Zarge Mittelwänden an den alten Bienenkisten Standort stellen. Lasst noch Platz für etwa 3 Rähmchen, um eure Bienen einfegen zu können.
3.) Die Bienenkiste auf den Rücken legen und öffnen (Rauch geben)
4.) Falls der Honigraum schon voll ist, leer räumen
5.) Die Halteleiste für die Trägerleisten entfernen
6.) Nun kann man auf einer Seite beginnend vorsichtig die einzelnen Waben mit ihren Leisten herausziehen. Evtl. muss man vorher mit einem Messer die am Holz verbauten Teile lösen.
7.) In der Zwischenzeit sind schon viele der Flugbienen um das neue Magazin herum.
8.) Mit jeder herausgenommenen Naturwabe geht ihr nun zum Magazin, öffnet den Deckel und fegt die Bienen von der Wabe hinein.
9.) Mit den bienenfreien Waben geht es nun zur „Bastelecke“
10.) Erst wenn ihr alle Bienen abgefegt habt, begebt ihr euch zur Bastelecke und begutachtet die Waben. Versucht so viele der alten Waben in eure Rähmchen zu verpflanzen. Messt dazu den Zwischenraum eurer Rähmchen aus und sägt dann die Trägerleisten entsprechend ab. Sorgt dafür, dass ihr zumindest das gesamte Brutnest „verpflanzt“. Ich habe die Leisten mit Kabelbindern an den Rähmchen befestigt. Gebt dabei acht, das Ganze ist nicht sehr stabil. Bewegt es also vorsichtig. Die Bienen werden das später fest anbauen. (Siehe Video).
11.) Hängt nun die Rähmchen mit dem Naturbau in eine Zarge. Achtet darauf, dass auch noch Bienen zwischen die Leisten hindurch passen müssen. Falls ihr zu viele Rähmchen voll bekommt, hängt ein paar in die Zarge, die nun schon mit Mittelwänden besetzt ist.
12.) Eventuell wollt ihr dem Volk auch am Anfang noch ein wenig Flüssigfutter geben, auch dafür braucht ihr Platz.
13.) Nehmt nun die Naturbauzarge und setzt sie unter die bereits aufgestellt Zarge. Ihr werdet sehen, dass die restlichen Bienen dann auch ganz fix in die Beute einziehen.
14.) Nehmt das restliche Wabenwerk, was noch übrig ist und sortiert die Teile heraus, in denen sich Honig oder Futter befindet. Packt diese in ein Küchensieb und zerschneidet diese.
15.) Den so gewonnenen „Honig“ könnt ihr natürlich selber essen, oder viel besser – den Bienen zurück geben, quasi als Starthilfe.
16.) Den Rest Wachs schmeltz ihr ein, damit sich eventuell übersehene Brut nicht weiter darin quält.

Wenn ihr wollt, könnt ihr dann irgendwann, wenn der untere Brutraum frei wird, die Naturbauwaben entfernen. Kontrolliert nun, ob eure Königin den Umzug gut überstanden hat. Sind die Bienen sehr unruhig, auch einen Tag später noch? Normalerweise sollte alles ziemlich ruhig sein. Bei gutem Wetter sollten die Bienen auch am nächsten tag schon normal fliegen. Macht mal morgens oder Abends die Klopfprobe: einmal ans Holz klopfen und horchen – die Bienen brausen einmal kurz auf und sind sofort wieder ruhig, das wäre ein gutes Zeichen.

Ich wünsche euch viel Erfolg!

Folgt uns hier:

Unsere Bienen

Heute möchte ich euch gerne mal unsere Bienen vorstellen. Da ich nicht alle einzeln hier mit Vornamen nennen möchte, zunächst einmal die Grunddaten:

Wir haben aktuell 2 Bienenvölker. Eines davon bewohnt eine sogenannte Bienenkiste und das zweite Volk wohnt in einer konventionellen Magazinbeute im deutsch Normalmaß.

Die Bienenkiste haben wir letztes Jahr (2015) bekommen und im Frühjahr einen Schwarm in die Kiste einlaufen lassen – das war ein tolles Spektakel! Das Volk hat sich prima entwickelt und ist super durch den ersten Winter gekommen. Mal sehen, ob wir dieses Jahr nun Honig ernten werden.

Volk 2 kam erst im Herbst 2015 als Ableger von einem befreundeten Imker zu uns. Gut aufgefüttert ist dieses dann auch gut über den Winter gekommen und startet nun richtig durch.

Nach der langen Winterruhe brennt es dem Imker unter den Nägeln und ich schawenzle schon jeden Tag ungeduldig um die Bienen herum, in freudiger Erwartung, was sich denn da alles so tut.

Heute habe ich die Bienenkiste dieses Jahr zum ersten Mal geöffnet, um das Volk zu begutachten und den Boden zu reinigen. Das sah dann ungefähr so aus:

Bienenkiste geöffnet

Etwas Platz haben die Kleinen noch, bevor ich anfange den Brutraum (das obere Drittel) freizugeben. Die Bienenkiste ist auf dem Bild übrigens zum öffnen gekippt. Man sieht quasi von unten in die Kiste, denn das Bodenbrett (links im Bild) lässt sich abnehmen.

Bei unserem Magazinvolk ist seit einiger Zeit (etwa zur Saalweideblüte) der zweite Brutraum aufgesetzt, so dass die Bienen diesen jetzt komplett ausbauen und darin brüten werden. In 2-3 Wochen beginnt hier die Kirschblüte und dann kommt der 3 Raum – der Honigraum – drauf. Hier das Volk noch mit einem Brutraum:

Bienenbeute DNM

Das steht als nächstes an (in den kommenden Wochen):

  • Honigräume aufsetzen / freigeben
  • Ableger bilden
  • Schwarmkontrolle

Schaut einfach wieder mal vorbei, dann bleibt Ihr auf dem Laufenden. Bei Fragen schreibt einfach einen Kommentar oder Mailt uns.

Bis bald,
Dio

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